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Jan 152017
 

Siegerfoto600Im vierten Anlauf haben sie es endlich geschafft, die Fußballerinnen der SGS Essen. Das Team aus dem Ruhrgebiet hat seinen ersten internationalen Titel gewonnen, den Wanderpokal von »Weltklasse 2017«. Bei der 37. Auflage des Internationalen Frauen-Hallenfußball-Turniers des TuS Jöllenbeck um den Pokal der Sparkasse Bielefeld setzten sich die Essenerinnen in einem hart umkämpften Finale erst nach Neunmeterschießen gegen den Titelverteidiger Fortuna Hjørring aus Dänemark durch. Dritter wurde wie im Vorjahr der aktuelle Bundesliga-Tabellenführer Turbine Potsdam.

Den nicht vorhandenen, also neudeutsch »virtuellen« Preis für den attraktivsten Fußball an den zwei Turniertagen erwarb sich diesmal der Titelverteidiger. Fortuna Hjørring kombinierte sich in die Herzen der Zuschauer, zeigte auf dem Platz eine klare, temporeiche Linie mit viel Spielwitz, Positionswechseln und konsequenter Defensivarbeit. Und hatte gleich mehrere Akteurinnen im Team, die dem Turnier ihren Stempel aufdrückten. Drei von ihnen wurden ausgezeichnet: Camilla Kur als Torschützenkönigin. Trine Jensen als beste Torhüterin, die nicht nur gut hielt, sondern auch so manchen direkten Gegenangriff einleitete und sogar ein Tor erzielte. Und die technisch starke Brasilianerin »Tamires« als beste Turnierspielerin mit klarem Vorsprung. Aber auch die Rumänin Florentina Olar und die Finnin Tuija Hyyrynen wussten mit vielen herausragenden Aktionen und Spielübersicht zu gefallen. Dass es am Ende nur Platz zwei wurde für Fortuna, tja, das lag auch an Jil Strüngmann.
Die Torhüterin der SGS Essen parierte in der Verlängerung des Finales gleich zwei Neunmeter und verhalf ihrem Team damit zum ersten Turniersieg.

Im Vorjahr hatten die Essenerinnen die gesamte Vorrunde dominiert, mit teil-weise spektakulärem Offensiv- und Kombinationsfußball. Und scheiterten dann in Halbfinale und Spiel um Platz drei. Spektakel? Nein, nichts zu sehen davon diesmal, vor allem nicht am ersten Tag. Kein Wunder, es fehlten ihre besten Offensivspielerinnen, allen voran die Top-Akteurin von »Weltklasse 2016«, Linda Dallmann, und Torjägerin Charline Hartmann. Wenig Kreativität, wenig Torchancen – dafür aber ein kompaktes System mit den Antreiberinnen Sara Doorsoun und Irini Ioannidou. So stand die SGS Essen nach dem ersten Turniertag mit sieben Punkten auf Platz zwei der Gruppe, hatte nur sechs Tore erzielt – aber auch nur fünf kassiert. Effizient nennt man das.

Tabellenführer war da noch der Turnier-Neuling SC Sand, der mit zwei Siegen und zwei Unentschieden gestartet war. Am Ende reichte es für das Team von Trainer Colin Bell nur zu Rang fünf. Warum? »Weil dieses blöde Unentschie-den gegen Herford alles kaputtgemacht hat«, ärgerte sich Bell noch Stunden später. Ausgerechnet der Herforder SV, der einzige Zweitligist, der krasse Au-ßenseiter, wurde zum Stolperstein für den SC Sand. In einem Spiel, das Sand dominierte, sich viele Überzahlsituationen herausspielte, aber einfach nicht das Tor traf, so dass es beim 0:0 blieb.

Fünf Mannschaften standen vor dem Turnier auf der Favoritenliste für den Ti-telgewinn, so viele wie noch nie. Die vier Bundesligisten und Titelverteidiger Fortuna Hjørring. Aber schnell stellte sich heraus, dass es sogar sechs hätten sein sollen. Denn der tschechische Vizemeister und Champions League-Teilnehmer Sparta Prag hat mächtig aufgeholt, wusste mit Tempo, Technik, Taktik, schönen Spielzügen und herausgespielten Toren zu überzeugen. Und landete nach der Vorrunde sogar auf Platz eins der Tabelle vor Essen und Sand. »Ich bin sehr zufrieden mit unserem Auftritt«, meinte Sparta-Trainer Jan Janota, »endlich haben wir mal wieder das Halbfinale erreicht.« Und es war noch viel mehr drin. Denn im Halbfinale gegen Fortuna Hjørring und im Spiel um Platz drei gegen Turbine Potsdam musste jeweils erst das Neunmeter-schießen entscheiden. Beide Male zu Ungunsten von Sparta, so dass am En-de erneut kein Platz auf dem Treppchen übrig blieb. Immerhin wurde Adéla Odehnalová die Ehre zuteil, von den Trainern auf Platz zwei der Liste der bes-ten Turnierspielerinnen gewählt zu werden.

Den Platz auf dem Treppchen gab es diesmal auch nicht für Bayer 04 Lever-kusen, das Team, das bei seinen bisherigen beiden Auftritten in Jöllenbeck die Plätze eins und zwei erreicht hatte. Mit zwei Niederlagen starteten die Spiele-rinnen von Trainer Thomas Obliers in das Turnier, fingen sich dann aber und zeigten, warum sie zu den besten Hallenmannschaften Deutschlands gehören. Fürs Halbfinale reichte es diesmal nicht, einen Tick zu stark waren letztlich die Gruppenkontrahenten Potsdam und Hjørring. Aber Platz fünf war ein realisti-sches Ziel, als Leverkusen plötzlich und unerwartet sein Platzierungsspiel ge-gen Außenseiter Herford mit 0:2 verlor und nur noch um Platz sieben spielen konnte.

Wieder mal der Herforder SV. »Wir hatten uns vorgenommen, uns gut zu prä-sentieren, und ich denke, das ist uns gelungen«, freute sich HSV-Trainer Da-niel Hollensteiner über die Auftritte seiner Frauen, die es mit einem Unent-schieden und einem Sieg schafften, am Ende Rang sechs zu belegen. Weil sie nie aufgaben, taktisch klug und solide spielten, wenngleich sie individuell verständlicherweise mit den anderen Teams nicht mithalten konnten. Aber ihr Einsatz wurde belohnt – der ebenso große Einsatz von Turnier-Neuling KRC Genk aus Belgien dagegen nicht. Acht Spiele, acht Niederlagen, dafür aber durchaus schöne Spielzüge und schöne Tore. »Wir haben viel gelernt und sind froh, dass wir dabei sein durften. Das Niveau war wirklich sehr hoch«, erklärte KRC-Trainer Luk Verstraeten, dessen Mannschaft am ersten Tag sieben Tore erzielte – also mehr als die SGS Essen in der anderen Gruppe – aber ohne jeglichen Punkt dastand. Weil sein Team nach fast jedem selbst erzielten Tor direkt einen Gegentreffer hinnehmen musste. Das Umschaltverhalten von Of-fensive auf Defensive war das große Manko des ansonsten durchaus über-zeugenden belgischen Teams.

Bleibt noch ein Verein, der Dauergast: Turbine Potsdam. Erstmals mit Co-Trainer Dirk Heinrichs an der Bande, weil sein neuer Chef Matthias Rudolph erkrankt zu Hause bleiben musste. Es dauerte ein wenig, bis sich das sehr in-ternational besetzte Team gefunden hatte, aber dann wirbelte Potsdam im besten »Tor-Bienen«-Stil wie eh und je, erzielte in der Vorrunde insgesamt 23 Treffer – zur Freude der Zuschauer. Und gewann die Gruppe – allerdings auch deshalb, weil die dominierenden Däninnen im entscheidenden Vorrun-denspiel ihre leicht angeschlagene Torhüterin schonten, stattdessen die brasili-anische Feldspielerin »Tamires« (ohne Handschuhe) ins Tor stellten und eine Niederlage gegen Turbine damit zumindest erduldeten. Im Halbfinale unterlag Turbine dann der deutlich kompakteren und clevereren SGS Essen mit 0:2 und schaffte es im Spiel um Platz drei gerade noch per Neunmeterschießen, Sparta Prag zu bezwingen und den Platz einzunehmen, den sie zuletzt schon dreimal in Folge hatten: den dritten.

Jubeln und das Herforder Pils des Sponsors trinken durfte diesmal die SGS Essen, deren Trainer Daniel Kraus bei seinem persönlichen Jöllenbecker De-büt übers ganze Gesicht strahlte: »Ich hatte ja schon viel von dem Turnier ge-hört und muss sagen: Es war wirklich toll.« Für die nächsten 12 Monate steht damit der Pokal der Sparkasse Bielefeld in der Vitrine der Sportgemeinschaft Essen-Schönebeck.

Beste Spielerin

Geehrte Spielerinnen: Trine Jensen, Camilla Kur, Tamires

Geehrte Spielerinnen: Trine Jensen, Camilla Kur, Tamires

1. »Tamires« (Fortuna Hjørring) 17 Punkte
2. Adéla Odehnalová (AC Sparta Prag) 4 Punkte
3. Anna Gasper (Turbine Potsdam) 3 Punkte
Gina Chmielinski (Turbine Potsdam) 3 Punkte
Silvana Chojnowski (SC Sand) 3 Punkte
Letícia Santos (SC Sand) 3 Punkte

Beste Torhüterin
1. Trine Jensen (Fortuna Hjørring) 18 Punkte
2. Carina Schlüter (SC Sand) 17 Punkte
3. Jil Strüngmann (SGS Essen) 5 Punkte

Beste Torschützinnen
1. Camilla Kur (Fortuna Hjørring) 8 Tore
2. Anna Gasper (Turbine Potsdam) 5 Tore
3. Irini Ioannidou (SGS Essen) 4 Tore
Gina Chmielinski (Turbine Potsdam) 4 Tore

 Posted by at 19:00
Jan 112017
 

Video-Interview mit Sara Doorsoun + Linda Dallmann (SGS Essen)
und Rebecca Knaak (Bayer 04 Leverkusen)

»Weltklasse 2017«: Interview mit den Organisatoren des TuS Jöllenbeck

»Die Champions League des Hallenfußballs«

Noch wenige Tage bis zum Auftakt von »Weltklasse 2017«, dem 37. Internationalen Frauen-Hallenfußball-Turnier des TuS Jöllenbeck um den Pokal der Sparkasse Bielefeld. »Das ist die Champions League des Hallenfußballs«, sagt Turnierdirektor Olaf Beugholt, »wer sich für temporeichen, technisch hochwertigen Fußball mit Herz interessiert, der sollte nicht zögern, am kommenden Wochenende bei uns vorbeizuschauen.«

Olaf Beughold

Olaf Beugholt

Am 14. und 15. Januar startet das bestbesetzte Frauen-Hallenfußball-Turnier wieder in der Sporthalle der Realschule Jöllenbeck. Turnierdirektor Olaf Beugholt und Geschäftsführer Markus Baumann vom TuS Jöllenbeck haben mit ihrem Team wieder ein Jahr lang fleißig gearbeitet, um diesen internationalen Höhepunkt mit familiärem Flair auf die Beine zu stellen.

»Die Champions League des Hallenfußballs« – das klingt sehr hochgegriffen.
Olaf Beugholt: Ist es aber nicht. Nach wie vor gibt es weltweit kein einziges Hallenturnier, das so viele hochkarätige Mannschaften und Nationen zusammenbringt. Unser Bemühen war es immer, die bestmöglichen Mannschaften zu bekommen, die an diesem Wochenende zur Verfügung stehen. Das heißt, wir haben auch dieses Jahr wieder bei vielen internationalen Topklubs angefragt. Ein Blick auf unser Teilnehmerfeld der vergangenen Jahre zeigt: Die Besten sind dabei geblieben, dazu kommen immer wieder neue Herausforderer. Wenn also ein Verein der Meinung ist, er sei besser als unsere Top 4, dann ist er herzlich willkommen, das unter Beweis zu stellen. Natürlich wären Namen wie Bayern München oder VfL Wolfsburg für uns sehr attraktiv – aber auch wenn sie dabei wären, hieße das nicht automatisch, dass sie auch ins Halbfinale einziehen würden. Man darf nicht vergessen, dass 2015, als es zum letzten Mal den DFB-Hallenpokal gab, Bayer Leverkusen gewonnen hat, vor den vermeintlich größeren Klubs. Und dass das kein Zufall war, hat man bei uns gesehen. 2015 hat Bayer gewonnen, 2016 standen sie erneut im Finale.

Es sind diesmal – nach dem kurzfristigen Rückzug von Brøndby IF nur drei ausländische Top-Vereine dabei. Ist das ein Zeichen dafür, dass die Attraktivität des »Weltklasse«-Turniers im Ausland nachgelassen hat?
Olaf Beugholt: Nein, das auf keinen Fall. Wir haben schon jetzt mehrere An-fragen von internationalen Topklubs, die 2018 gerne dabei sein würden. Die aber aus organisatorischen Gründen, sei es, weil sie zu viele angeschlagene oder verletzte Spielerinnen haben oder ganz einfach Teile ihrer Mannschaft zum Zeitpunkt unseres Turniers noch im Urlaub sind, so kurzfristig nicht ein-springen konnten. Mit einer Rumpftruppe oder zweiten Garnitur möchte hier keiner auflaufen, dazu ist der Respekt vor dem Turnier und den hochkarätigen Gegnern einfach zu groß. Niemand möchte sich blamieren, jeder möchte sich und sein Land bestmöglich repräsentieren.

Aber auffällig ist, dass diesmal kein Team dabei ist, das eine weitere An-reise hat, also mit dem Flieger kommt.
Olaf Beugholt: Das stimmt. Diese Tendenz gibt es schon seit der internationalen Finanzkrise 2008. Eine Flugreise kostet die Vereine eben Geld, selbst Billigflieger sind – wenn man die Kosten fürs Gepäck dazurechnet – nicht mehr ganz so billig.

Fußball-Geschäftsführer Markus Baumann

Fußball-Geschäftsführer Markus Baumann

Markus Baumann: Und außerdem muss man auch immer erst eine Flugverbindung finden, die zum Zeitrahmen unseres Turniers passt. Und zu den Verpflichtungen der Spielerinnen in der Heimat, egal ob Arbeit, Schule oder offizielle Trainingslager der Nationalmannschaften.

Die Trainingslager haben in der Vergangenheit des Turniers schon mehrmals für Umbesetzungen oder nicht komplett angetretene Mann-schaften gesorgt. Ärgert Sie das nicht?
Markus Baumann: Natürlich. Aber das ist etwas, worauf wir verständlicher-weise keinen Einfluss haben. Oftmals wird so etwas auch erst recht kurzfristig beschlossen. Abhängig davon zum Beispiel, ob sich ein Land im Herbst doch noch für ein großes Turnier im kommenden Jahr qualifiziert oder nicht. Dementsprechend ändern sich die dann die Trainingspläne und das Budget für die Nationaltrainer. Die Zahl der Lehrgänge hat in den vergangenen zehn, 15 Jahren deutlich zugenommen. Was aber auch kein Wunder ist, denn immer mehr Nationen nehmen den Frauenfußball ernst. Und 2017 werden erstmals 16 Länder an der Europameisterschaft teilnehmen, so viele wie noch nie. Das hat für uns als Turnierveranstalter natürlich den Vorteil, dass wir eine breitere Auswahl an Nationen haben, aber eben auch den Nachteil, dass das Risiko eines Nationalmannschafts-Lehrgangs an »unserem« Wochenende steigt.

Auf was dürfen sich die Zuschauer von »Weltklasse 2017« denn am Wochenende einstellen? Lohnt es sich, schon am Samstag dabei zu sein?
Markus Baumann: Auf jeden Fall! Schon das Eröffnungsspiel um 14 Uhr sollte sich wirklich keiner entgehen lassen. Denn da gibt’s schon gleich die Neuauflage des Finals von 2016, Fortuna Hjørring gegen Bayer Leverkusen. Sowas hatten wir auch noch nie, dass die besten Teams des Vorjahres in der gleichen Vorrundengruppe sind und schon gleich zu Turnierbeginn aufeinander treffen.
Olaf Beugholt: Außerdem hat die Entwicklung der vergangenen Jahre gezeigt, dass es um den Einzug ins Halbfinale immer spannender wird. Allein schon die vier Bundesligisten, die wir in diesem Jahr dabei haben, bürgen für absolute Qualität und haben alle das Zeug, das Turnier sogar zu gewinnen.
Markus Baumann: Ich würde mich deswegen auch hüten, einen Topfavoriten zu nennen. Umso größer ist unsere Vorfreude aufs Turnier.
Olaf Beugholt: Aber das Besondere des »Weltklasse«-Turniers ist eben auch – neben aller sportlichen Qualität – das familiäre Flair, die Begeisterung der Zu-schauer für alle Spielerinnen und Vereine und die »Stars zum Anfassen«.

Gibt es denn noch Karten für Kurzentschlossene?
Markus Baumann: Definitiv! Wer Lust hat, soll einfach am Samstag und Sonntag vorbeikommen. Wer lieber auf Nummer sicher gehen will und auch noch ein bisschen Geld sparen möchte, für den empfiehlt sich der Vorverkauf. Dieser läuft noch bis zum 13. Januar bei der Neuen Westfälischen in der Geschäftsstelle Bielefeld-Innenstadt, Niedernstraße 21-27 und am Veranstaltungsort in Jöllenbeck, im Reisebüro am Markt an der Dorfstraße 24.

 Posted by at 15:24
Jan 082017
 

Sie war die beste Turnier-Spielerin 2016, gilt als eine der besten Spielmacherinnen der Welt und ist nach dem Abgang von Silvia Neid nun endlich auch Nationalspielerin: Linda Dallmann von der SGS Essen freut sich schon seit Wochen auf »Weltklasse 2017«, das 37. Internationale Frauen-Hallenfußball-Turnier

Linda Dallmann

Linda Dallmann

des TuS Jöllenbeck um den Pokal der Sparkasse Bielefeld, das am 14. und 15. Januar nicht nur die ostwestfälischen Fußballfans in die Sporthalle der Realschule Jöllenbeck locken wird. Dallmann und die SGS Essen haben dabei noch eine Rechnung offen: »Der Titel für uns wäre mal an der Zeit.«

Dass das Jöllenbecker »Weltklasse«-Turnier einen herausragenden Stellenwert im Frauenfußball hat, zeigt sich auch daran, wie sehr jedes Turnier bei den Spielerinnen und Trainern nachhängt. Im positiven Sinn, aber im auch im negativen – wenn sportlich nicht alles so gelaufen ist, wie sich das die Mann-schaften vorgestellt haben. Denn bei allem Spaß ist der Ehrgeiz riesengroß. Die SGS Essen stand 2015 im Finale, verlor da aber gegen Bayer 04 Leverkusen, und dominierte 2016 die komplette Vorrunde, um dann erneut zu verlieren und sogar Platz drei zu verpassen. »Da hatten wir unser Pulver schon verschossen«, ärgert sich Essens Nationalspielerin Sara Doorsoun noch heute, »wir wollen es diesmal besser machen, konzentrierter in der K.o.-Runde sein.« Vorausgesetzt, sie qualifizieren sich erstmal für das Halbfinale. Gruppengegner der SGS sind DFB-Pokal-Finalist SC Sand, Tschechiens Champions-League-Teilnehmer Sparta Prag und der Herforder SV. Linda Dallmann jeden-falls freut sich gewaltig auf die Duelle: »Der Hallenboden kommt mir und unserer ganzen Mannschaft sehr entgegen, weil wir eine technisch starke und kombinationsstarke Mannschaft sind.«

In der anderen Gruppe steht neben dem aktuellen Bundesliga-Tabellenführer Turbine Potsdam und Titelverteidiger Fortuna Hjørring, der noch im Viertelfinale der Champions League vertreten ist, auch noch Deutschlands beste Hallenmannschaft der Gegenwart, Bayer 04 Leverkusen. 2015 »Weltklasse«-Sieg beim

Rebecca Knaak

Rebecca Knaak

Debüt, 2016 Finalist und bestes deutsches Team, hinter Hjørring und vor Potsdam. Die Top 3 von 2016 werden dieses Jahr sogar schon in der Vorrunde aufeinandertreffen. »Eine Super-Gruppe, aber es gibt bei dem Turnier ja sowieso nur gute Teams«, sagt Leverkusens U 20-Weltmeisterin Rebecca Knaak, die in Jöllenbeck schon zweimal gewonnen hat, mit Bayer und Neuenahr. »Aber egal, ob man schon in der Vorrunde oder erst im Halbfinale oder Finale aufeinandertrifft – das sind immer interessante Spiele.«

Für Knaak zählt neben dem Sport aber noch anderes: »Das Besondere des Turniers in Jöllenbeck ist die Atmosphäre. Da sind ja auch immer internationa-le Top-Teams am Start, und dann nutzt man gern auch mal die Zeit zwischen den Spielen, um sich mit anderen Spielerinnen zu unterhalten. Das ist schon was ganz Besonderes.«

Für etwas Besonderes und Einzigartiges ist in diesem Jahr Debütant KRC Genk aus Belgien verantwortlich. Denn das Team um die Nationalspielerinnen Sofie Van Houtven und Lien Mermans ist noch am Freitagabend vor dem Turnier in der belgischen Super-League aktiv. Ein Nachholspiel bei OH Leu-ven. Das könnte ein Nachteil sein, weil das körperlich natürlich viel abverlangt, könnte aber auch ein Vorteil sein, weil Genk als einziges Team dann schon im Wettkampfmodus sein wird.

Mehr über alle Teams und das komplette Turniermagazin mit allen Infos, einem ausführlichen Interview mit SC Sands Trainer Colin Bell sowie zum Ticketverkauf gibt’s online unter www.frauenturnier.com.

 Posted by at 23:03